Supa Modo

Jo liebt Superheldenfilme und wenn sie sich selbst eine Superkraft aussuchen könnte, würde sie gerne fliegen können! In ihren Träumen kommt sie dem Fliegen ganz nah. Doch im echten Leben soll das todkranke Mädchen zu Hause bleiben und ihre Kräfte schonen. Ihre Mutter packt sie mit Wärmflaschen unter die Bettdecke, obwohl Jo die letzten Tage ihres Lebens viel lieber als kleine Superheldin unterwegs wäre. Und vielleicht ist das ja gar nicht so unmöglich? Jos Schwester Mwix hat eine Idee: Mit kleinen Tricks und ein wenig Vorstellungskraft blühen Jos Superkräfte auf. Erst kann sie Salzstreuer wie von Zauberhand über den Tisch wandern lassen, dann erstarren Menschen bei ihrem „Stopp“-Ruf in der Bewegung. Wäre es da nicht auch möglich, zu fliegen? Ermutigt von Jos Freude und gestärkt durch die Kraft der Fantasie überzeugt Mwix schließlich die Dorfgemeinschaft, einen Superheldenfilm mit Jo in der Hauptrolle zu drehen! Die Zauberkraft des Kinos lässt einen echten Superheldenfilm entstehen, der das Leben feiert, Jo fliegen lässt und zeigt, dass nicht nur Superheld*innen unsterblich sind!

Das Mädchen Wadjda

Wadjda lebt mit ihrer Mutter in Riad. Sie ist ein aufgewecktes zehnjähriges Mädchen, das gern Dinge täte, die die muslimische Gesellschaft für Mädchen nicht vorgesehen hat: mit ihrem Freund Abdullah um die Wette Fahrrad fahren, verbotene Kassetten mit englischen Pop-Songs hören oder die Nägel lackieren. Ihre Mutter hat ganz andere Sorgen: sie ist seit Wadjdas Geburt unfruchtbar und hat gehört, dass der Vater sich eine zweite Frau nehmen möchte. Während Wadjda mit Geschick und Tricks versucht, Geld für ihr Traumfahrrad aufzutreiben und schließlich sogar am schulischen Koranwettbewerb teilnimmt, um sich mit dem Preisgeld ihren Wunsch zu erfüllen, bemüht sich ihre Mutter vergeblich, den Vater an sich zu binden. . 

Der erste von einer Frau in Saudi-Arabien realisierte Film, erzählt auf poetische, humorvolle und authentische Weise vom Aufbegehren eines Mädchens in einer von Männern streng regulierten Kultur. Der geschlechtergetrennte gesellschaftliche Raum, in dem sich Frauen in einer begrenzten Öffentlichkeit bewegen und der ähnlich starr geordnete Raum des Familienlebens, der aber zumindest Nischen für die Verwirklichung eigener Träume lässt, bilden einen authentisch wirkenden Rahmen für die starke Hauptfigur und ihre Ideen. 

Sieben Sommersprossen

Die 14-jährige Karoline und der ein Jahr ältere Robert haben einmal im selben Haus gewohnt und sich nach Robbies Wegzug aus den Augen verloren. Nun treffen sie sich zu Beginn der Sommerferien in einem Ferienlager wieder. Den dortigen Tagesablauf bestimmen strenge Regeln, über deren Einhaltung die Lagerleiterin Kränkel wacht. Sie setzt auf Sport, Körperertüchtigung und Disziplin, während der Lehramtsstudent und Betreuer Benedikt das Vertrauen der Jugendlichen zu gewinnen versucht. Er begeistert sie dafür, Shakespeares Drama „Romeo und Julia“ einzustudieren. Die Beschäftigung mit dem Stück und der Probenprozess führen dazu, dass Karoline und Robert ihre Gefühle füreinander besser verstehen. Marlene, ein Mädchen, das ebenfalls in Robert verliebt ist, versucht aber, die junge Liebesbeziehung zu sabotieren und schiebt Karoline eine Antibabypillen-Packung unter. Das sorgt für einen Eklat. Frau Kränkel ist empört und will die Theaterproben beenden.

Die dicke Tilla

Die schmächtige Anne besucht nach dem Umzug ihrer Familie eine neue Schule. In der fünften Klasse hat die resolute Tilla das Kommando. Die neue Schülerin ist Tilla von Beginn an unsympathisch. Sie nutzt jede Gelegenheit, um Anne zu demütigen. Diese widersetzt sich den Schikanen des stärkeren Mädchens jedoch, weshalb Tilla nach einer Auseinandersetzung um einen Fisch Annes Fahrrad demoliert. Später setzt sie den etwas einfältigen Knutschi und ihre „Fahrrad-Gang“ auf die Neue an. Währenddessen findet Anne in Felix einen guten Freund an der neuen Schule. Annes Stärke besteht in ihrer Wortgewandtheit, mit der sie einmal sogar Knutschi vor dem Klassenlehrer in Schutz nimmt. Emotionale Sicherheit gewinnt sie durch ihre Kreativität im Schreiben und Malen, was ihr bei der Bewältigung von Konfliktsituationen hilft. In ihrer Fantasie flüchtet Anne sich in eine Traumwelt, in der sie auf dem Rücken des von ihr geretteten Fisches über die Stadt fliegt.

Homevideo

Die Eltern von Jakob stehen vor der Trennung, worunter der 15-Jährige sichtlich leidet. Ein Hoffnungsschimmer ist seine Mitschülerin Hannah, in die Jakob sich verliebt hat. Doch er ist zu schüchtern, um ihr seine Gefühle zu zeigen. Stattdessen vertraut er sich seiner Videokamera an. Er nimmt private Momente auf, auch intime. Einmal filmt er sich sogar beim Onanieren. Jakobs Mutter verleiht die Kamera an seine Mitschüler Henry und Erik – nicht ahnend, dass sich auf dem Speicherchip diese privaten Aufnahmen befinden. Als die Klassenkameraden das kompromittierende Video entdecken, stellen sie es nach einigen Auseinandersetzungen ins Internet, wo es sich rasant verbreitet. Seine Mitschüler machen sich über Jakob lustig, im Internet wird er sogar beschimpft und bedroht.

Wichtiger Hinweis für Lehrende
Am Ende des Films ist der Suizid des Protagonisten zu sehen.

Berlin – Ecke Schönhauser

Berlin in den 1950er-Jahren: Die Stadt ist geteilt, die Kriegswunden sind noch sichtbar. Es ist aber auch die Zeit von Lederjacken und Pferdeschwänzen, von Marlon Brando und Rock’n’Roll. Im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg, unter den U-Bahn-Bögen der Schönhauser Allee, treffen sich Dieter und seine Clique. Hier verbringen die „Halbstarken“ ihre Abende, tanzen und flirten, raufen sich, geraten in Konflikt mit der Polizei. Während die Jugendlichen weder in ihren vom Krieg gezeichneten Familien noch in der sozialistischen Gesellschaftsordnung der DDR so recht ihren Platz haben, finden sie in einer teilweise auch westlichen geprägten Jugendkultur Ausdruck für ihre Rebellion gegen die Werte der Erwachsenen. Als sich Karl-Heinz mit West-Berliner Kriminellen einlässt und Dieter in seine Geschäfte hineinzuziehen versucht, eskaliert die Lage. Dieter und sein Freund „Kohle“ fliehen in den Westteil der Stadt, glauben sie doch, Karl-Heinz im Streit tödlich verletzt zu haben. In einem Auffanglager für DDR-Flüchtlinge beginnt Dieter, sein Fortgehen infrage zu stellen. Er möchte zurück in seine Heimat – und zurück zu seiner Freundin Angela, die ein Kind von ihm erwartet.

Luther

»Hier stehe ich und kann nicht anders!« Eine Luther-Legende, diese Worte. Auch wenn sie so nicht gesprochen wurden auf dem Reichstage zu Worms 1521, manifestieren sie Luthers Geist und Gewissen. Der Film widmet sich den Stationen vor und nach diesem Bekenntnis: Im Juli 1505 vom Blitze verfehlt, nimmt Luther dies als Zeichen. Er gibt das Jura-Studium auf und wird Mönch in Erfurt. Auf eine Pilgerfahrt nach Rom folgt das Theologiestudium in Wittenberg. Hier schlägt er 1517 seine 95 Thesen als Protest gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche. Im Jahr darauf verlangt Rom den Widerruf. Vom Papst exkommuniziert und vom Kaiser geächtet, wird Luther zum Ketzer erklärt. Zu seinem Schutze auf die Wartburg gebracht, übersetzt er binnen elf Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche. Das Wort wird mächtig, die Reformation ist unaufhaltsam.

Das Leben der Anderen

Ostberlin im November 1984. Der linientreue Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler soll den erfolgreichen Dramatiker Georg Dreyman und dessen Freundin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland, bespitzeln. Denn diese hat sich um der Karriere willen mit dem Minister Bruno Hempf eingelassen, der seine Geliebte vollständig überwachen und kontrollieren möchte. Im Verlauf seiner obsessiven Observation lässt sich Wiesler zunehmend von der Welt des Künstlerpaares faszinieren und entfernt sich dabei von seiner ursprünglichen Mission: Er wird zum stillen Komplizen Dreymans, der sich seinerseits zum Dissidenten entwickelt.

Künstlerisch dramatisierend reflektiert Das Leben der Anderen das spannungsgeladene Klima der 1980er-Jahre und die Repressionen durch das Ministerium für Staatssicherheit. Hervorragende Darsteller/innen und sorgfältig inszenierte, ruhige Bildeinstellungen schaffen eine Atmosphäre unaufdringlicher Authentizität. Natürlich spiegelt der realistisch anmutende Spielfilm nicht eins zu eines die realen historischen Verhältnisse wider. Er überzeugt vielmehr als eindringliche Parabel auf die Möglichkeiten individuellen Widerstands gegen einen repressiven Machtapparat.

Der Junge Karl Marx

Preußen anno 1843: Der junge Redakteur Karl Marx will die Welt nicht mehr interpretieren, sondern verändern. Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Der Fabrikantensohn Friedrich Engels wird zu seinem unverzichtbaren Kompagnon. Von der monarchistischen Geheimpolizei ins Londoner Exil vertrieben, verfassen sie das Kommunistische Manifest. Spannend und anschaulich vermittelt Regisseur Raoul Peck die Geburt einer Idee, die tatsächlich die Welt veränderte – umstritten und aktuell bis heute.

Monsieur Claude und seine Töchter

Gott, Familie, Vaterland – das sind die Werte im Leben von Claude und Marie, einem gut situierten Ehepaar aus der französischen Provinz. Dass sie dennoch liberal und weltoffen sind, versteht sich für die Verneuils von selbst. Allerdings endet ihre Toleranz, als drei ihrer vier in Paris lebenden Töchter vor den Traualtar treten: Die eine heiratet einen Muslim, die andere einen Juden und die dritte hat sich in einen Chinesen verliebt. Nur mit Mühe verkraftet Claude, dass sein Enkel Mahmoud heißt und statt Cassoulet koscheres Dim Sum serviert wird. Sein Selbstbild – „Ich bin Gaullist, aber kein Rassist!“ – zerbröckelt zusehends. Jedes Familientreffen endet im Streit, bei dem nicht nur Claude seine Vorurteile abfeuert, sondern auch die drei Schwiegersöhne ob ihrer kulturellen Unterschiede aneinander geraten. Als ihre jüngste Tochter ihre Vermählung mit dem Katholiken Charles ankündigt, scheint ihr sehnlichster Wunsch endlich erfüllt. Was Claude und Marie nicht wissen: Charles stammt von der Elfenbeinküste.