Berlin – Ecke Schönhauser

Berlin in den 1950er-Jahren: Die Stadt ist geteilt, die Kriegswunden sind noch sichtbar. Es ist aber auch die Zeit von Lederjacken und Pferdeschwänzen, von Marlon Brando und Rock’n’Roll. Im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg, unter den U-Bahn-Bögen der Schönhauser Allee, treffen sich Dieter und seine Clique. Hier verbringen die „Halbstarken“ ihre Abende, tanzen und flirten, raufen sich, geraten in Konflikt mit der Polizei. Während die Jugendlichen weder in ihren vom Krieg gezeichneten Familien noch in der sozialistischen Gesellschaftsordnung der DDR so recht ihren Platz haben, finden sie in einer teilweise auch westlichen geprägten Jugendkultur Ausdruck für ihre Rebellion gegen die Werte der Erwachsenen. Als sich Karl-Heinz mit West-Berliner Kriminellen einlässt und Dieter in seine Geschäfte hineinzuziehen versucht, eskaliert die Lage. Dieter und sein Freund „Kohle“ fliehen in den Westteil der Stadt, glauben sie doch, Karl-Heinz im Streit tödlich verletzt zu haben. In einem Auffanglager für DDR-Flüchtlinge beginnt Dieter, sein Fortgehen infrage zu stellen. Er möchte zurück in seine Heimat – und zurück zu seiner Freundin Angela, die ein Kind von ihm erwartet.

Das Leben der Anderen

Ostberlin im November 1984. Der linientreue Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler soll den erfolgreichen Dramatiker Georg Dreyman und dessen Freundin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland, bespitzeln. Denn diese hat sich um der Karriere willen mit dem Minister Bruno Hempf eingelassen, der seine Geliebte vollständig überwachen und kontrollieren möchte. Im Verlauf seiner obsessiven Observation lässt sich Wiesler zunehmend von der Welt des Künstlerpaares faszinieren und entfernt sich dabei von seiner ursprünglichen Mission: Er wird zum stillen Komplizen Dreymans, der sich seinerseits zum Dissidenten entwickelt.

Künstlerisch dramatisierend reflektiert Das Leben der Anderen das spannungsgeladene Klima der 1980er-Jahre und die Repressionen durch das Ministerium für Staatssicherheit. Hervorragende Darsteller/innen und sorgfältig inszenierte, ruhige Bildeinstellungen schaffen eine Atmosphäre unaufdringlicher Authentizität. Natürlich spiegelt der realistisch anmutende Spielfilm nicht eins zu eines die realen historischen Verhältnisse wider. Er überzeugt vielmehr als eindringliche Parabel auf die Möglichkeiten individuellen Widerstands gegen einen repressiven Machtapparat.

Der Junge Karl Marx

Preußen anno 1843: Der junge Redakteur Karl Marx will die Welt nicht mehr interpretieren, sondern verändern. Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Der Fabrikantensohn Friedrich Engels wird zu seinem unverzichtbaren Kompagnon. Von der monarchistischen Geheimpolizei ins Londoner Exil vertrieben, verfassen sie das Kommunistische Manifest. Spannend und anschaulich vermittelt Regisseur Raoul Peck die Geburt einer Idee, die tatsächlich die Welt veränderte – umstritten und aktuell bis heute.

Monsieur Claude und seine Töchter

Gott, Familie, Vaterland – das sind die Werte im Leben von Claude und Marie, einem gut situierten Ehepaar aus der französischen Provinz. Dass sie dennoch liberal und weltoffen sind, versteht sich für die Verneuils von selbst. Allerdings endet ihre Toleranz, als drei ihrer vier in Paris lebenden Töchter vor den Traualtar treten: Die eine heiratet einen Muslim, die andere einen Juden und die dritte hat sich in einen Chinesen verliebt. Nur mit Mühe verkraftet Claude, dass sein Enkel Mahmoud heißt und statt Cassoulet koscheres Dim Sum serviert wird. Sein Selbstbild – „Ich bin Gaullist, aber kein Rassist!“ – zerbröckelt zusehends. Jedes Familientreffen endet im Streit, bei dem nicht nur Claude seine Vorurteile abfeuert, sondern auch die drei Schwiegersöhne ob ihrer kulturellen Unterschiede aneinander geraten. Als ihre jüngste Tochter ihre Vermählung mit dem Katholiken Charles ankündigt, scheint ihr sehnlichster Wunsch endlich erfüllt. Was Claude und Marie nicht wissen: Charles stammt von der Elfenbeinküste.

Hi, AI – Liebesgeschichten aus der Zukunft

Bislang sind Roboter vor allem in Werkhallen als Schweißer und Schrauber tätig. Bald wird sich das ändern: Roboter teilen Omas Kindheitserinnerungen, kochen Nudelsuppe und versichern einsamen Menschen ihre Zuneigung. Der Dokumentarfilm HI, AI wirft einen Blick in eine Zukunft, über die wir reden sollten, bevor die Roboter da sind.

Der Himmel wird warten

Das französische Filmdrama zeigt, wie zwei junge Mädchen mit raffinierten Mitteln von Agenten des „Islamischen Staates“ indoktriniert und für den Dschihad in Syrien angeworben werden. Am Beispiel einer Sozialarbeiterin macht er anschaulich, dass es mit sachkundiger Aufklärung und familiärem Rückhalt gelingen kann, radikalisierte Jugendliche zu „entgiften“ und in ein selbstbestimmtes Leben zurückzuholen.

flüstern & SCHREIEN

„flüstern & SCHREIEN“ ist ein Film über den DDR-Rock und die musikalische Underground-Szene der 1980er-Jahre. Die Musik ist Ausdruck des Lebensgefühls einer Generation, die sich zunehmend von der offiziellen Staatsdoktrin abwendet und in gegenkulturellen Bewegungen nach eigenen Wegen in der Musik wie im Leben sucht. Interviews und Live-Konzerte mit und von den Bands Feeling B, Silly, Chicoreé, oder Sandow werden durch Aussagen von Fans und Jugendlichen ergänzt. Der vom staatlichen DEFA-Studio für Dokumentarfilme produzierte Film lockte ein Jahr vor dem Mauerfall hunderttausende Zuschauende in die Kinos der DDR. (Bundeszentrale für politische Bildung)

Wilkommen auf Deutsch

Zwei kleine Gemeinden in Norddeutschland sehen sich durch die zugewiesene Unterbringung von Asylsuchenden vor neue Herausforderungen gestellt. Während die überforderte Landkreisverwaltung versucht die Auflagen zu erfüllen, gehen die Einwohner/innen in den beiden Dörfern ganz unterschiedlich mit der Situation um. Während die einen ehrenamtlich helfen, formiert sich bei den anderen eine Bürgerinitiative gegen den Bau einer Flüchtlingsunterkunft. Kontrovers, emotional und amüsant behandelt der Dokumentarfilm das hochaktuelle Thema Asyl.

Dark Eden – Der Albtraum vom Erdöl

Im kanadischen Fort McMurray befindet sich eines der größten und letzten Ölvorkommen der Welt. Doch bei der aufwändigen Gewinnung des Öls aus Teersand entstehen weitaus mehr Treibhausgase als bei der konventionellen Förderung, zudem werden weitere Stoffe freigesetzt, die Natur, Tier und Mensch vergiften.
Der Film folgt Arbeiter*innen aus verschiedenen Ländern, die ihr Glück in der zunächst äußerst lukrativen Öl-Gewinnung suchen: vom PR-Manager der Kampagne „We love oil sands“ über den deutschen Mechaniker bis hin zum südsudanesischen Geflüchteten, der auf der untersten Hierarchie-Stufe als erster seinen Job verliert, als der Ölpreis fällt.
Neben ökologischen Problemen werden ökonomische Zwänge und Ungleichheiten sichtbar. Die ökologischen Probleme bei der Gewinnung und dem Verbrauch legen es nahe, Erdöl im Kontext des Klimawandels zu betrachten und sowohl alternative Lebensstile als auch erneuerbare Energien zu diskutieren. Neben ökologischen können soziale Fragen erörtert werden, sind beide doch eng miteinander verknüpft.

Plastic Planet

Eine Welt ohne Kunststoffe? Undenkbar! Der österreichische Filmemacher Werner Boote ist rund um den Globus den Spuren von Plastik und Co gefolgt und zeigt in seinem unterhaltsamen Dokumentarfilm, welche Folgen Herstellung und Gebrauch von Kunststoffen für Mensch und Natur haben.