Die dicke Tilla

Die schmächtige Anne besucht nach dem Umzug ihrer Familie eine neue Schule. In der fünften Klasse hat die resolute Tilla das Kommando. Die neue Schülerin ist Tilla von Beginn an unsympathisch. Sie nutzt jede Gelegenheit, um Anne zu demütigen. Diese widersetzt sich den Schikanen des stärkeren Mädchens jedoch, weshalb Tilla nach einer Auseinandersetzung um einen Fisch Annes Fahrrad demoliert. Später setzt sie den etwas einfältigen Knutschi und ihre „Fahrrad-Gang“ auf die Neue an. Währenddessen findet Anne in Felix einen guten Freund an der neuen Schule. Annes Stärke besteht in ihrer Wortgewandtheit, mit der sie einmal sogar Knutschi vor dem Klassenlehrer in Schutz nimmt. Emotionale Sicherheit gewinnt sie durch ihre Kreativität im Schreiben und Malen, was ihr bei der Bewältigung von Konfliktsituationen hilft. In ihrer Fantasie flüchtet Anne sich in eine Traumwelt, in der sie auf dem Rücken des von ihr geretteten Fisches über die Stadt fliegt.

Moritz in der Litfaßsäule

»Die Erwachsenen wollen, dass man genauso wird wie sie. Das nennen sie dann Erziehung.« Moritz ist anders als die andern um ihn herum: Er sieht Dinge, die andere nicht sehen. Beim Zeichnen malt er eine Sonne mit Ohren und Vögel mit Hüten. In Mathe rechnet er die Aufgabe zwar richtig, schafft aber nur das halbe Pensum und bekommt eine Vier. Weil ihn das erwachsene Regelwerk zunehmend auf ein Muster trimmt, weil Moritz seinen eigenen Rhythmus hat und so gar nicht ›auf zack‹ ist, wie es der Vater gern hätte, reicht es ihm eines Tages: Er rückt von Zuhause aus und verkriecht sich in einer Litfaßsäule mitten auf dem Marktplatz. Die Kapsel, der enge, begrenzte Raum, wird ihm zum weiten, grenzenlosen Land der Phantasie. Er freundet sich mit einer sprechenden Katze, einem Mädchen vom Zirkus und einem philosophisch bewanderten Straßenfeger an. Die neuen Freunde machen ihm klar, dass alle mehr Verständnis füreinander aufbringen müssen. Wirklich ausreißen, lernt Moritz von ihnen, kann man vor seinen Problemen nicht …

»Für alle, die die Welt noch mit drei Augen sehen können«, ihnen widmete Rolf Losansky seinen Film, der mittlerweile ein Klassiker ist.