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Filmtipp: Das Sams – der Film

Der schüchterne Regenschirmkonstrukteur Bruno Taschenbier begegnet auf dem Wochenmarkt einem koboldartigen Wesen mit Rüsselnase, roten Strubbelhaaren und blauen Punkten im Gesicht: Das ungestüme und gefräßige Sams, das so groß ist wie ein achtjähriges Kind, erwählt Taschenbier zum Ziehvater und stellt dessen Alltag auf den Kopf. Als Taschenbier entdeckt, dass die magischen Punkte im Sams-Gesicht Wünsche erfüllen, besänftigt er seine tyrannische Vermieterin und beeindruckt seine hübsche neue Kollegin Margarete März, die wiederum das Sams eifersüchtig macht. Rascher als gedacht sind alle Punkte aufgebraucht. Was nun, Herr Taschenbier?

 

Anlässlich des 80. Geburtstags des Autors Paul Maar im Dezember kommt der Kinderfilmklassiker von 2001 in einer Digitalfassung erneut ins Kino. Maar hat auf der Basis der drei ersten Bände der „Sams“-Buchreihe das Drehbuch mit dem Produzenten Ulrich Limmer selbst geschrieben. Der Regisseur Ben Verbong inszeniert die märchenhafte Story mit viel Slapstick und Situationskomik in der Altstadt von Bamberg. Immer wieder schlägt er Spannungsfunken aus der Konfrontation zwischen dem unsicheren Ersatzpapa und der anarchischen Fantasiefigur. Die barocke Architektur, das gemächliche Erzähltempo und Requisiten wie ein Oldtimer-Auto erzeugen ein zeitloses Ambiente, deren nostalgische Anmutung von der die Handlung untermalenden Underscoring-Musik verstärkt wird.


 

Ausgehend vom zentralen dramaturgischen Motiv des Films kann im Unterricht über Sinn und Unsinn von Wunschpunkten und -maschinen diskutiert werden. Warum wünschen sich große und kleine Menschen gern schnell etwas, ohne über die Konsequenzen nachzudenken? In welchen Lebenslagen können auch magische Wünsche nicht helfen? Die Wortspiele und Reime, die das Sams so liebt, geben im Fach Deutsch Anlass, solche selbst zu ersinnen und ihre Wirkung auf Gleichaltrige zu erproben. Im Fach Musik können die Schüler/-innen an szenischen Beispielen untersuchen, wie Nicola Piovanis Musik das Bildgeschehen klanglich unterstützt und Stimmungen verstärkt.

 

 

Verleih: Weltkino Filmverleih
Regie: Ben Verbong
Drehbuch: Paul Maar, Ulrich Limmer
Darsteller/innen: Ulrich Noethen, Christine Urspruch, Aglaia Szyszkowitz, Armin Rohde, Eva Mattes, August Zirner, Heinrich Schafmeister, Gerd Knebel, Henni Nachtsheim, Götz Schubert u.a.
Kamera: Klaus Eichhammer
Laufzeit: 100 min, deutsche Originalfassung
Format: Digital, Farbe
Barrierefreie Fassung: nein
Filmpreise: (Auswahl:) Deutscher Filmpreis in Gold 2002 für den besten Kinder- und Jugendfilm, Deutscher Filmpreis in Gold 2002 für Ulrich Noethen als bester Hauptdarsteller und Nominierung für Eva Mattes als beste Nebendarstellerin, Bayerischer Filmpreis 2001 für Regisseur Ben Verbong und Ulrich Noethen
FSK: ohne Altersbeschränkung
FBW-Prädikat: Besonders wertvoll
Altersempfehlung: 6-10 Jahre
Klassenstufen: 1. bis 5. Klasse
Themen: Literaturverfilmung, Familie, Wünsche, Mut, Selbstbewusstsein, Träume, Fantasie, Rivalität, Individuum und Gesellschaft, Toleranz, Außenseiter, Märchen
Unterrichtsfächer: Deutsch, Sachkunde, Kunst, Musik, Religion, Lebenskunde, Vorfachlicher Unterricht
Der Film wird bei den SchulKinoWochen Sachsen 2018 im Schwerpunkt „Fokus Literatur – Von der Buchseite auf die Kinoleinwand“ angeboten.
Quelle: Rheinhard Kleber, Kinofenster.de